Kompendium der Motivation (by Blain)

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Kompendium der Motivation (by Blain)

Beitrag  Hagbard Celine am Mi Nov 04, 2009 6:46 am

Kompendium der Motivation (by Blain)



Aus gegebenem Anlaß (die betreffende Person wird sich jetzt sicher angesprochen fühlen Wink) und weil es gerade in letzter Zeit auch für mich persönlich ein Thema war, habe ich mal meine Gedanken zum Thema "Motivation" zusammengefaßt und für die werte Gemeinde hier eingestellt.

Ich möchte darauf hinweisen, daß das eben mein persönliches Kompendium ist und sicher keine enzyklopädische Abhandlung. D.h., es ist weder ein vollständiges noch perfekt detailliertes Traktat zur Motivation, noch das Ergebnis neuester "Forschung", aber es fasst halt eine Reihe nützlicher Einstellungen und Techniken, die mir in der Vergangenheit geholfen haben, zusammen.

Fast nichts davon ist PU-spezifisch, einiges davon ist aber im Zusammenhang mit PU und dem Sargen entstanden und von daher für "PU-spezifische" Motivationsprobleme auch gut geeignet.

Aus meiner Sicht kann man die Herangehensweise an das Thema Motivation in einen eher mentalen (sehr sehr wichtig!) und einen praktischen oder technischen Teil separieren. Dabei muß von vornherein festgestellt werden, daß der praktische Teil ohne das richtige mindset weitgehend nutzlos ist. Ich werde also mit dem mindset anfangen.

Ein "Benutzungshinweis" vorab: Die fett und blau gesetzten Sätze sind Erinnerungshilfen, meist griffige Formulierungen, die Dir das Verinnerlichen der Inhalte und Wiederaufrufen bei Bedarf erleichtern sollen. Sie sollen Dir helfen, die damit verbundenen Erläuterungen in Form kurzer und knapper Merksätze "mit Dir herumzutragen", nämlich im Kopf. Wink

1. Das Mindset

Es geschieht nichts gutes, außer man tut es.

Ist vielleicht die banalste Erkenntnis, aber aus meiner Sicht durchaus erwähnenswert:

KEINER lebt Dein Leben für DICH, KEINER kriegt deinen Arsch für DICH hoch.

Insbesondere für Leute, die sehr starke Motivationsprobleme oder ein hohes "Trägheitsmoment" haben, ist es wichtig, sich ganz klar zu machen:

ohne eigene Initiative und (manchmal harte) Arbeit wirst Du nicht viel im Leben erreichen.

Also: anstatt in WoW zu versumpfen oder vom Bett aus an die Decke zu starren (wo Du außer einer gepflegten Depression nichts erreichst Wink), packe Deine Ziele mit Hilfe der Hinweise in diesem Kompendium an! Es wird kein anderer für Dich tun. Wink


Wo stehe ich, wo möchte ich hin: ZIELE u. PLANUNG

Womit wir beim nächsten Thema sind: ZIELE und die PLANUNG zur Zielerreichung.

Motivation ist letztlich nichts anderes, als die mentale Ausrichtung auf die Erreichung von Zielen. Daher ist es wichtig, Deine Ziele klar vor Augen zu haben (s.a. "2. Techniken - Antizipieren und Visualisieren").

Denn kaum etwas ist demotivierender, als nicht zu wissen, WAS man WIE und bis WANN erreichen möchte.

Dazu gehört auch, das (oder die) Ziel(e) bzw. den Weg dorthin sorgfältig zu planen. Zu dem Thema gibt es zahlreiche Ratgeber (inet, Bücher, Coaches), deswegen habe ich unter "2. Techniken - Planung" nur die wesentlichsten Punkte aufgeführt.


Ängste relativieren

Warum müssen wir uns überhaupt motivieren?

Weil der Mensch von Natur aus ein faules Schwein ist? Jo, auch deswegen.

Aber Bequemlichkeit ist nicht der einzige Grund: viele Aufgaben schieben wir auch vor uns her, weil sie mit Ängsten verbunden sind oder zumindest als unangenehm empfunden werden.

Hier helfen zwei Dinge:

1. Die Visualisierungstechnik (s. im Kapitel "2. Techniken - Antizipieren und Visualisieren")

2. Das Relativieren der Angst / Abneigung

Die meisten Ängste sind unbegründete Befürchtungen (J.-P. Sartre).

Erinnere Dich an Situationen zurück, in denen Du Angst vor der Bewältigung einer Aufgabe hattest. War es nicht sehr häufig so, daß Du Dir hinterher, z.B. nach einer Prüfung, gesagt hast: "Mensch, war ja gar nicht so schlimm."

Mache Dir das im Falle von angstbesetzten Aufgaben immer klar:

es kommt fast nie so schlimm, wie man annimmt und hinterher ist man froh, es geschafft zu haben. Der Erfolg lohnt immer die Überwindung der Angst.


Erfolge kontrollieren und genießen

Diese Freude über die Erfüllung einer Aufgabe oder das Erreichen eines Zieles gehört mit zu erfolgreicher Motivation:

Nichts ist erfolgreicher als Erfolg.

Das Erreichen eines Ziels wird Dich selbstbewußter machen und Dich noch mehr motivieren, weitere Ziele anzustreben.

Es ist also wichtig, die Zielerreichung regelmäßig zu kontrollieren (Teil der Planung, s. dort) und den Erfolg angemessen zu genießen (s.u. "2. Techniken - Belohnung").


Think positive

Eigentlich ein alter Hut, aber vor dem Hintergrund der Motivation zu wichtig, als daß man es als selbstverständlich unerwähnt lassen dürfte:

Gehe erfolgsorientiert, positiv und achtsam mit Deinen Zielen um:

- sag Dir nicht "Oh, Mann, das werde ich nie schaffen." sondern "Yeah, das wäre toll, wenn ich das erreiche. Und ich werde es schaffen, egal wie schwer es ist."

- schmeiß die Selbstzweifel über Board und sage Dir: das sind MEINE ZIELE, die sind RICHTIG und GUT FÜR MICH (es interessiert Dich z.B. nicht, ob Dein Wing über Dein Ziel einer monogamen LTR herzieht mit den Worten "Ein richtiger Mann ist promiskuitiv")


Wenn einmal alle Stricke reißen

Wenn es an einem Tag oder während einer Woche einmal gar nicht so gut läuft mit der Motivation:

Verbissenheit verschwendet nur Deine Energie. Es ist durchaus o.k., einmal einen Hänger zu haben (wenn es nicht zum Dauerzustand wird). Man kann es dann auch einmal bewußt etwas ruhiger angehen und die Beine ein wenig baumeln lassen. Wink


2. Techniken

Planung

Planung und Erfolgskontrolle können und sollten auf verschiedenen Zeitrastern stattfinden: langfristig (Jahre, Jahrzehnte), mittelfristig (Wochen, Monate) und kurzfristig (Tage).

Folgende Regeln und Vorgehensweisen sind sinnvoll:

- Nimm Dir für die Planung in jedem Zeitraster genügend Zeit und mache die Planung SCHRIFTLICH!

- Mache Dir klar, welche Ziele Du im Leben erreichen möchtest (Bsp.: Aufbau eines florierenden Unternehmens, Ansammeln eines ausreichend großen Vermögens, um Dich lange vor dem gesetzlichen Ruhestand unabhängig vom Gelderwerb zu machen, whatever)

- Breche diese "Lebensziele" auf realistische Teilziele herunter und ordne diese angemessenen Zeiträumen zu (z.B. Ausbildung und Berufsleben für die nächsten zehn Jahre, um genügend Kapital für das o.g. Unternehmen anzuhäufen)

- Erstelle regelmäßig um die Jahreswende herum anhand der o.g. Teilziele eine Planung für das nächste Jahr (und kontrolliere die Zielerreichung des vergangenen Jahres selbstkritisch anhand der Planung dafür). Dazu gehört neben der Niederschrift der Ziele natürlich auch eine Erarbeitung der zur Zielerreichung notwendigen Arbeitsschritte

- Breche die Jahresziele auf die mittel- und kurzfristigen Planungszeiträume (Monate, Tage) herunter

- Die Planung für alle Zeitraster sollte realistisch vor allem in dem Sinne sein, daß genügend Zeit für unvorhergesehenes eingeplant wird (mind. 30% des gesamten Planungszeitraums)

- Nimm die Planung ernst, aber mache Dich nicht zu ihrem Sklaven (soll heißen: wenn z.B. ein Ziel als nicht mehr erstrebenswert angesehen wird, dann verwerfe es nach ehrlicher Analyse).

Noch ein Hinweis zu "guten" Zielen. Insbesondere, wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit bewußter und systematischer Zielsetzung und Zielerreichung hat, ist es sinnvoll, eine Leitlinie zur Beurteilung der Qualität der eigenen Ziele zu haben (da man ansonsten statt Motivation Frustration provoziert, nämlich dann, wenn man Ziele verfehlt, weil die Randbedingungen bei der Zielsetzung schlecht gewählt waren).

Eine aus dem Projektmanagement bzw. der Mitarbeiterführung entlehnte Leitlinie besagt, daß gute Ziele SMART sind:

S -> Spezifisch
M -> Messbar
A -> Akzeptiert (Attraktiv)
R -> Realistisch
T -> Terminiert

Mit "Spezifisch" ist gemeint, daß gesetzte Ziele möglichst präzise und nicht schwammig formuliert werden (Bsp.: "Ich werde in den nächsten 3 Wochen an allen 5 Arbeitstagen nach der Arbeit zur Laufbahn gehen und meine Zeit für 5000 m unter xy min:sec drücken, um beim Leichtathletik-Wettbewerb meines Vereins endlich auf dem Siegertreppchen zu stehen. Wink" statt "Ich werde in den nächsten 3 Wochen meine Zeit im 5000 m-Lauf deutlich verbessern.").

"Messbar" bedeutet, daß das zu erreichende Ziel meßbar und die Zielerreichung damit leicht nachprüfbar ist (im Beispiel ist die primäre Meßgröße die zu unterschreitende Zeit).

"Akzeptiert" (oder auch "Attraktiv"): Du als Person musst voll hinter deinem Ziel stehen können, es muß dir für DICH attraktiv und wünschenswert erscheinen und dementsprechend auch positiv formuliert sein. In dem genannten Beispiel ist mit der Zielerreichung der Sieg beim Leichtathletik-Wettbewerb verknüpft. Wenn Du dem Verein nur beigetreten bist, weil es Deine besten Freunde auch sind und Du mit der Teilnahme am Leichtathletik-Wettbewerb mehr einer leidigen Pflicht nachkommst als um der Attraktivität dieses Ziels willen, so wird Deine Motivation um einiges geringer sein (selbst wenn Du ein guter Läufer bist).

"Realistisch": Das gesetzte Ziel muß für dich erreichbar sein. Jemand, der noch nie einen 5000 m Lauf absolviert hat und 10 Jahre keinen nennenswerten Sport getrieben hat, für den dürfte das o.g. Ziel völlig unrealistisch sein, wenn das gesetzte Zeitlimit 30 s oberhalb der Weltrekordmarke liegt. Das heißt natürlich nicht, daß einem ein (Teil-)Ziel für immer verwehrt bleibt, nur muß man dann ggfs. die Zielformulierung anpassen (im Beispiel würde evtl. eine Anhebung des Trainingszeitraums auf ein oder zwei Jahre genügen, um das gesetzte Ziel zu erreichen). In der endgültigen Form muß das Ziel aber immer realistisch erscheinen!

Unter "Terminiert" versteht man die Verknüpfung des Ziels mit einem festen Termin, zu dem es erreicht werden sein soll. Ein Ziel ohne Termin wird sich selbst einen setzen, im schlimmsten Falle die Unendlichkeit.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluß:

Lebensplanung soll und darf nicht heißen, zum Lebensbürokraten zu werden, sondern, was die Planung betrifft, mit Leichtigkeit und quasi "nebenher" auf Deine Lebensziele zuzusteuern. Du solltest dich bei aller Planung auch einmal treiben lassen dürfen. Wenn Dein Leben wie ein Uhrwerk mechanisch und zu 100% verplant abläuft, bist Du über's Ziel hinausgeschossen.


Antizipieren und Visualisieren

Stelle Dir beim "Arbeiten" mit Deinen Zielen immer wieder vor, Du hättest sie schon erreicht.

Mache Dir klar, welchen positiven Einfluß das Erreichen eines Ziels auf Dein Leben haben wird. Das gilt insbesondere in Situationen, in denen sich Unlust oder Resignation einstellt und ist völlig unabhängig vom Zeitraster oder der Größe des Ziels: selbst für das leidige "Müll rausbringen" ist diese Technik wirksam (oder aber ein gut "geführtes" HB Very Happy)

Ich unterscheide dabei zwischen Antizipieren und Visualisieren. Das "bloße" Antizipieren ist eine verbale (gedankliche oder schriftliche) Formulierung der Vorteile und Annehmlichkeiten, die mit der Zielerreichung verbunden sind (Bsp.: wenn ich heute abend in den Club gehe, anstatt im Internet surfen, kann ich endlich die neue PU-Technik anwenden, die ich gestern gelernt habe und lerne direkt schöne Frauen kennen).

Das Visualisieren dagegen arbeitet mit (gedanklichen) Bildern, die das zu erreichende Ziel vor Augen führen und quasi "schmackhaft" machen. Du kannst Dir die zukünftige, angestrebte Situation in jeder Detailtiefe und in allen "Farben" vor Augen führen. Schaue dabei wie beim Bergwandern über den vielleicht mühsam erscheinenden Aufstieg hinweg auf den nächsten Bergkamm und sage Dir voller Enthusiasmus: DA MÖCHTE ICH HIN!


Parte et divine (Teilziele)

Die ist im Grunde schon in dem Abschnitt Planung enthalten, es ist aber wichtig zu betonen, daß das bewußte (!!!) Aufteilen eines großen Ziels in eine Reihe von kleinen Zielen jenes realistischer erscheinen lässt und Demotivation durch Überforderung entgegenwirkt. Mache Dir dabei klar, daß auch das Erreichen eines Teilziels einen Erfolg darstellt, der es wert ist, genossen zu werden.


Belohnung

Im Teil "1. Das Mindset" habe ich es bereits erwähnt:

Genieße deine Erfolge (oder noch besser: FEIERE sie! Wink).

Ein recht wirksames Mittel, um das zielstrebige Umsetzen einer Aufgabe zu unterstützen, ist das Verknüpfen eines Zieles mit einer adäquaten Belohnung:

Du hast Dir für die nächste Woche vorgenommen, mindestens 3 mal für 2 h Streetgame zu betreiben? O.k., dann gönnst Du Dir anschließend, wenn Du es geschafft hast, die DVD mit Deinem Lieblingsfilm. Aber nur, wenn es auch wirklich 3x2 h waren (und die DVD auch nicht vorher kaufen in der Hoffnung, Du würdest anschließend deine "Schuld" begleichen. Das frustriert nur. Wink).

Alles, was Du für Dich als Annehmlichkeit oder Belohnung definieren kannst, kann auch als solche genutzt werden. Lediglich als eigentlich selbstredender Hinweis am Rande: das lang ersehnte 60.000 Euro Sportcoupe ist sicher KEINE adäquate Belohnung für 3x2 h Streetgame in der Woche, eher für das erstmalige Überschreiten der 10 Mio. Umsatzgrenze im eigenen Startup. Soll heißen: es sollte schon eine vernünftige Proportionalität zwischen Erreichtem und Belohnung bestehen. Wink

Es sollten natürlich nicht unbedingt immer materielle Dinge sein, die als Belohnung fungieren. Auch der lange geplante Segeltörn mit den Kumpels kann z.B. als Motivator für eine Aufgabe gewahlt werden.

Das "Arbeiten" mit Belohnungen halte ich, wenn man es zur Routine macht, für eins der wirksamsten Mittel, sich immer wieder zu motivieren, aber es erfordert, insbesondere am Anfang, immer noch ein hohes Maß an Selbstdisziplin, wie das meiste, was mit konsequenter Zielverfolgung zu tun hat.


Erfolgskontrolle

Daß die Kontrolle des Erfolges wichtig ist und auch anspornt, habe ich schon erwähnt.

Das Festhalten / Protokollieren von meßbaren Größen und die Verfolgung des Erfolgs anhand solcher Daten kann dazu beitragen, Dir positives Feedback zu geben.

Deiner Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt:

Du möchtest im Marathon eine bestimmte Zeit unterschreiten? Dann kannst Du Dir ein Excel-Sheet basteln, in dem Du die in den jeweiligen Trainingseinheiten erreichten Zeiten gegen das Datum aufträgst, eine Grafik daraus machst und die gewünschte Zielzeit als Parallele zu Zeitachse darin abträgst. Du kannst dann verfolgen, wie sich Deine Zeiten mit zunnehmender Trainingsdauer Deiner "Wunschzeit" annähern. Die Grafiken regelmäßig ausdrucken und über's Bett hängen Wink.

Du stehst im Game am Anfang? Dann kannst Du den [URL="http://www.coldseduction.com/game-tracker/"]GameTracker[/URL] verwenden, der Dir für bestimmte Aktionen Punkte gibt und bei denen Du wie bei einem Computerspiel verschiedene Schwierigkeitsebenen durchläufst.

Alles, was bei angemessenem Aufwand die Kontrolle und ggfs. die Visualisierung deines Erfolges unterstützt, ist nützlich.


Affirmationen

Definitiv ein Mittel, um Deine Motivation und positive Einstellung zu verstärken.

Da über Affirmationen schon anderswo ausgiebig geschrieben wurde, hier nur ganz kurz die wichtigsten Basics:

Affirmationen sind (meist kurze, einprägsame) Glaubenssätze / Formulierungen, die, regelmäßig und wiederholt gesprochen (oder gedacht), dazu dienen sollen, die mit ihnen transportierten Inhalte mental zu manifestieren oder zu verstärken bzw. Verhaltensänderungen herbeizuführen.

Gute Affirmationen sind in der Gegenwartsform (als Tatsache) und positiv formuliert.

Affirmationen genereller Natur ("Frauen finden mich sexuell anziehend") können allein schon durch ihre positive Kraft motivierend wirken.

Man kann, und darum geht es mir in diesem Abschnitt eigentlich, Affirmationen aber auch gezielt auf motivationsnahe Einstellungen und Verhaltensweisen zuschneiden. Dazu einige Beispiele:

- Ich gehe meine Ziele jeden Tag mit Freude und Optimismus an.

- Ich arbeite jeden Tag an ... [beliebiges Ziel einsetzen]

- Ich erledige dringende und wichtige Aufgaben immer sofort.

- Ich genieße das Gefühl der Zufriedenheit, wenn ich ein Ziel erreicht habe.

- Ich erinnere mich mindestens einmal am Tag an mein wichtigstes Ziel.

- Ich plane meine Ziele schriftlich.

- Ich nehme mir mindestens einmal in der Woche Zeit dafür, mich mit meinen Zielen ausgiebig zu beschäftigen.


Mitstreiter

Vorausgesetzt, man hat die richtige(n) Person(en) gefunden, kann es die eigene Motivation in ungeahnte Höhen treiben, wenn man sein Ziel gemeinsam mit anderen verfolgt (so bin ich z.B. ein Verfechter des Wing-Games).

Soweit zur Theorie, die Praxis sieht leider häufig anders aus. Hier aus meiner Sicht die Minimalanforderungen an ein gutes Gespann, in dem die beteiligten sich wirklich unterstützen und motivieren:

- Deine Ziele und die Deiner Mitstreiter sollten ungefähr deckungsgleich sein. Wenn Du z.B. wirklich überwiegend zum "Frauen ansprechen" raus gehst, macht es nicht viel Sinn dies mit einem Wing zu tun, der das Sargen überwiegend zum Verkosten des Getränkebestandes der umliegenden Bars nutzt.

- die Chemie muß stimmen. Idealerweise sind Stimmung zwischen Euch und der Umgang miteinander denen in einer guten Freundschaft vergleichbar und es gibt gemeinsame Interessen über das primäre Ziel hinaus.

- die Logistik ist einfach (ihr wohnt nicht gerade 500 km auseinander) und auch die übrige Lebensführung ist kompatibel, d.h., es sollten sich Personen finden, die z.B. zu gleichen Tageszeiten für gemeinsame Aktionen Zeit haben (und nicht gegeneinander versetzten Schichtdienst).


Vermeide Prokrastination ("Aufschieberitis")

Nicht wenige Menschen neigen dazu, unangenehm erscheinende Aufgaben aufzuschieben, häufig (aber nicht immer) unter Vorwänden, die sich als weniger wichtige oder dringliche, aber auch als weniger unangenehm empfundene Aufgaben entpuppen.

Was hat das mit Motivation zu tun?

Eine ganze Menge. Eine Aufgabe, die dem Aufschieben "zum Opfer fällt", ist bereits eine, die sowieso schon mit einer geringen Motivation angegangen werden würde (wenn sie denn angegangen werden würde Very Happy). Mit jedem Aufschieben sinkt diese Motivation aber noch weiter.

Es gibt verschiedene Schweregrade dieser Neigung und wer dadurch schwerwiegende Nachteile im Leben hat, sollte auf jeden Fall weitere Quellen zu Rate ziehen, denn dann reichen die Ratschläge in diesem Beitrag alleine nicht mehr aus oder können evtl. sogar kontraproduktiv sein.

Für die "Gelegenheitsaufschieber" dagegen ist es vielleicht schon hilfreich, sich überhaupt der Problematik und ihrer Wirkung auf die Motivation bewußt zu werden. Da die eigentliche Ursache ein Motivationsproblem ist, sollten die Vorschläge in diesem Beitrag Anwendung finden, insbesondere das im Kapitel "2. Techniken" unter "Parte et Divine (Teilziele)", "Belohnung", "Habit behaviour" und "Antizipieren und Visualisieren" geschriebene.

Zu letzterem ("Visualisieren") solltest Du im Hinterkopf behalten, daß langfristig die Auswirkungen des Aufschiebens IMMER unangenehm sind (auch wenn es kurzfristig den Druck nehmen kann), Du aber bei Vermeiden des Aufschiebens IMMER den Benefit hast, daß Du anschließend stolz auf das geleistete bist und dir letztlich eine Last vom Hals geschafft hast.


Kurzfristig erreichbare Erfolge stechen langfristig erreichbare

Wann immer es möglich ist, die Erfüllung einer Aufgabe, das Erreichen eines Zieles auf legitime Weise "abzukürzen", solltest du dies tun.

Denn üblicherweise bist Du stärker motiviert, eine Aufgabe anzugehen, deren erwünschtes Ziel näher liegt als eine solche, deren Ziel in weiterer Ferne liegt. Dies beugt auch Ermüdungserscheinungen vor, die wiederum die Zielerreichung behindern bzw. gefährden.

Wenn Du also bei einer Tätigkeit in irgendeiner Form Zeit sparen kannst, dann nutze diese Möglichkeit. Du hast, um Geld zu sparen, Deinen Wagen bisher von Hand gewaschen, könntest Dir aber die Waschanlage leisten? Dann investiere das Geld, sonst steht der Wagen doch noch einen Monat dreckig vor der Tür. In diesem Fall tauschst Du Geld gegen Zeit und damit gegen einen kurzfristig erreichbaren Erfolg ein.

Manchmal ist das aber nicht möglich (es ist eben nicht alles käuflich Very Happy). Dann solltest Du über den "Prozess" als solchen nachdenken und versuchen, Wege zu finden, diesen zu vereinfachen, zu beschleunigen oder Dinge zusammen zu fassen (Beispiel: anstatt nur für einen Behördengang in die Stadt zu fahren, kombiniere diesen mit dem Arztbesuch und dem sowieso fälligen Klamotteneinkauf).


Habit behaviour

In eine ähnliche Richtung weist das installieren von Gewohnheitsverhalten. Uns fallen Handlungen (zumindest graduell) leichter, die wir regelmäßig, ggfs. nach einem festen Zeitplan, ausführen. Feste Termine bringen die Motivation quasi "selbst" mit, machen es schwerer, die damit verbundene Handlung zu verschieben und erleichtern überdies die Planung.

So macht es z.B. Sinn, sich fest vorzunehmen, exakt dreimal die Woche Sargen zu gehen anstatt diffus zu sagen: "Ich werde demnächst regelmäßig Sargen gehen." (Was bedeutet dann regelmäßig?, Welches "Soll" wirst Du dann erfüllen, welches Ziel erreichen?). Noch viel besser ist es sich vorzunehmen: "Ich ziehe jede Woche Mi, Fr und Sa los." (am besten mit festen Tageszeiten).

Alleine das Einhalten der festen Termine kann schon als Belohnung herhalten und, etwas überspitzt formuliert, zu einer Aktion, die "automatisiert", nahezu reflexartig erfolgt, mußt Du dich nicht großartig motivieren.

Ein guter Text zur Wichtigkeit der Entwicklung von Gewohnheiten und von Hartnäckigkeit im Rahmen von PU ist Tyler Durdens [URL="http://www.bristollair.com/inner-game/identity-and-beliefs/implementing-a-habit.html"]"Implementing a Habit"[/URL].


3. Weiteres

Über die von mir erwähnten und von mir selbst angewandten Gedanken und Techniken hinaus gibt es noch eine Reihe von Dingen, die ich bisher unerwähnt gelassen habe, da ich keine persönlichen Erfahrungen damit habe, wie Hypnose, Computerprogramme, Motivationscoaches etc. Ich denke, daß jeder einzelne hier mit kritischem Blick für sich sehen sollte, was evtl. für ihn geeignet ist und es dann ausprobieren sollte.

Welchen Weg Du auch wählst: ich wünsche Dir viel Erfolg beim (Selbst-)Motivieren und dem Erreichen Deiner Ziele. Wink
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