Werde, was du bist

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Werde, was du bist

Beitrag  ElMariachi am Di Jan 01, 2008 5:20 pm

Werde, was du bist!
©MeinLieberScholli


Du lebst. Spüre wie Dein Herz in Deiner Brust schlägt. Spüre wie es kräftig und pulsierend Leben in Deine Beine, Arme und Kopf trägt. Spüre Dein Herz sehr intensiv. Spürst Du wie es auf die Innenseite Deines Körpers strahlt? Stell Dir vor wie es Deinen ganzen Körper erleuchtet. Fühle wie es rhythmisch nach außen in Deine Umgebung leuchtet. Und während Du Dein Herzschlag spürst, entspannst Du Dich und atmest tief und langsam. Entspanne dabei Deine Beine, entspanne Deinen Nacken. Mach Deinen Bauch ganz weich und entspanne Dich. Öffne Dein Herz soweit Du kannst. Und öffne es noch ein Stück weiter.

Deine Mutter liegt im Sterben. Deine noch ungeborenen Kinder werden sterben. Egal wie sehr Du sie liebst. Sie werden sterben. Jeder, der Dir wichtig ist, wird sterben.

Und Du stirbst – ohne Deine Traumfrau kennengelernt zu haben, ohne Erfolge und mit dem Gefühl Dein ganzes Leben einsam gewesen zu sein. Es nie real erlebt zu haben. Nie Deinen Wünschen und Träumen gefolgt zu sein.

Bist Du bereit?

Seit Deiner Kindheit baust Du Mauern rund um Dein Herz auf um es zu schützen. Vor verletzenden Sprüchen Deiner Eltern, vor Sticheleien in der Schule, vor Urteilen unserer Mitmenschen.

Wenn Du immer das tätest, was Dein Herz Dir befiehlt, würdest Du mehr fühlen. Doch jeder könnte sehen, was Du fühlst, was Du denkst, was Du Dir wünschst. Und Du glaubst, nein, Du weißt, die Welt wird Dein verwundbares Herz verletzen.

Eine Fassade für den Chef, eine Fassade für Deine Familie, eine Fassade für das andere Geschlecht und eine Fassade – für Dich.

In Pickup lernst Du eine perfektionierte Fassade, wie Du bei Frauen Erfolg hast, um Deine perfektionierte Fassade eines geliebten und erfolgreichen Mannes aufrechtzuerhalten. Du lernst Routinen hinter denen Du Dich versteckst. Du lernst was Du sagen musst um Frauen anzulocken und andere Männer schlechter zu stellen. Du lernst Methoden um unerwünschte Gedanken und Gefühle beiseite zu wischen. Du lernst noch kälter, härter, unnahbarer zu werden.

Hinter Deinen tausend Mauern und Fassaden baust Du schon an der nächsten Mauer in der Hoffnung, dass sie dieses Mal der furchteinflößenden Umwelt standhält und baust die nächste Fassade, in der Hoffnung, dass Du mit ihr dieses Mal gewinnst und geliebt wirst.

Spüre Dein Herz. Fühle wie es ebenmäßig schlägt. Hinaus in die Welt strahlt und Deine Umgebung erleuchtet. Atme tief. Mach Deinen Bauch ganz weich. Spüre Dein Herz. Öffne Dein Herz.

Gönne Dir den Augenblick der Ruhe und begreife, wie närrisch Du herumgehastet bist.

Viele Menschen sagen Dir oder geben Dir auf verschiedene Art und Weisen zu verstehen, dass man in dieser Welt nicht ohne Mauern und Fassaden leben kann. Ich sage Dir aber, dass nur Dein Körper und Dein ewig-an-Dir-selbst-nörgelndes Ego hinter diesen Mauern lebt. Ohne Mauern und Fassaden lebst Du so wie Du wirklich bist – verwundbar, verletzbar wie am Tag Deiner Geburt. Ich meine damit nicht, dass es gut oder böse ist mit Fassaden zu leben. Es gibt kein Gut und kein Böse. Denn im Zweifelsfall ist alles gut. Und leer. Aber es gibt Dinge, die sind gut und zweckmäßig und es gibt Dinge, die sind gut und eben nicht zweckmäßig.

Die Mauern sind nicht zweckmäßig.

Auch wenn Dir Dein Ego mal wieder was anderes sagt. Deine Gedanken, nach einem schlecht gelaufenen Date, nach einer Beleidigung von Deinem Chef, sind dass Dein Fell wohl noch nicht dick genug ist. Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit einer Frau denkst Du Dir, dass die letzte Fassade, die Du aufgebaut hast, nun endlich, nach dem langen Leiden, die richtige ist und Du ab jetzt geliebt wirst.

Doch Dein Ego vergisst: Die Frau liebt dann nur Deine Fassade. Und die Fassade wird schon bald nicht mehr genug sein. Du willst nicht nur eine Frau. Du willst sie alle. Und Geld. Und Ruhm. Macht. Erfüllung Deiner Gier.

Dafür baust Du noch glanzvollere Fassaden. Mit noch dickeren Mauern.

Dein Herz weiß das alles. Doch Du hörst Dein Herz nicht mehr. Oder Du hörst es nur noch leise, wie ein Hintergrundrauschen der unerfüllten Träume. Hinter all den Mauern.

Spüre wieder das gleichmutige Schlagen Deines Herzens. Höre es jetzt. Höre es eigentlich immer. Atme tief. Und mach den weichen Bauch.

Wenn Du leben willst, reiß die Fassaden ein. Reiß die Mauern ein. Reiß sie ein! Reiß sie ein! Reiß sie ein! Reiß sie ein!

Du willst eine Frau, die HSE ist. Du brauchst eine Fassade als Attractionmaterial um eine HSE-Frau attracten zu können und Du brauchst eine Fassade als Routinen um herauszufinden ob sie HSE ist. Warum willst Du eine HSE-Frau? Weil Du selbst HSE bist? Warum brauchst Du Ausdrücke wie HSE um zu sagen dass Du eine nette und liebe Frau willst?

Hast Du keine Fassaden, wirst Du wie immer eine Frau bekommen, die das liebt was sie sieht. Nur dieses Mal liebt sie Dich und keine Fassade! Und ja, Du gibst ihr die Macht, Dich zu verletzten. Weil Du ohne Mauern weißt was Liebe und was Vertrauen ist. Ohne Fassaden bekommst Du eine selbstbewusste Frau wenn Du selbst selbstbewusst bist. Und eine schüchterne Frau wenn Du schüchtern bist. Und wenn Du ehrlich bist, bekommst Du eine ehrliche Frau. Auch HSE, LSE, Ehrlichkeit sind nicht gut oder schlecht. LSE ist genauso gut wie HSE. Zweckmäßig ist die Frau dann, wenn sie zu Dir passt und Dich auf Deinem Weg ein Stück begleiten kann und Dir hilft zu wachsen...

Wenn Dein Herz schutzlos ausgeliefert ist, spürst Du die Liebe. Nicht die Unsicherheit, ob Du sie halten kannst, nicht das Verlangen nach mehr Liebe. Du spürst alles. Du wirst verletzt werden und traurig sein. Aber Du spürst die Liebe. Die Liebe ist unter den Verletzungen und der Trauer. Sie ist immer da. Du musst sie nur spüren.

Du glaubst Du kontrollierst Deine Fassaden. Und eines Tages hast Du, dank dieser Kontrolle, die perfekte Fassade erschaffen.

Ich sage nicht, dass es besser wäre keine Fassaden zu haben. Nur zweckmäßiger. Denn Du kontrollierst Deine Fassaden nicht. Deine Fassaden kontrollieren Dich. Und Deine Mauern sperren Dich ein. Und an Deinem letzten Tag, im letzten Jetzt-Augenblick, wünscht Du Dir Dein Herz wäre offen gewesen. Dein Herz wünscht sich das schon jetzt. Aber es wünscht sich nur. Dein Ego befiehlt aber die Mauern.
Das ist nicht schlimm. Nur unzweckmäßig.

Unzweckmäßig, wenn Du das Leben wirklich fühlen willst. Unzweckmäßig, wenn Du nicht immer nur Deine Hoffnung in einer guten Zukunft oder in schönen Erinnerungen suchen willst, sondern erkennen willst, dass gerade Jetzt alles gut ist. Unzweckmäßig, wenn Du Dich nicht immer wieder selbst belügen willst.

Unzweckmäßig, wenn Du willst, dass Menschen Dich überhaupt lieben können.

Ja, Deine Fassaden kontrollieren Dich. Eine Frau, eine sehr attraktive Frau – langes blondes Haar, Engelsgesicht, volle Brüste, sie steht eindeutig in der Blüte ihres Lebens – sagt Dir: „Idiot.“

Dein Herz spürt Liebe. Denn die Liebe ist immer da. Und Dein Herz spürt Trauer, weil sie Dich wohl nicht mag. Doch Deine Mauern sind stärker: „Meinem Herzen, sofern ich eines habe, macht das nichts aus.“ Oder „Fotze!“ Oder „Ich kann darüber stehen“

Dein Herz fühlt was Deine Mauern fühlen. Deine Mauern sind Angst. Dein Herz ist Liebe. Doch wenn die Mauern Angst haben, übertrumpfen sie das Herz.

Und wenn Du keine Mauern hast, kann Dein Herz sagen: „Wie sie von mir denkt tut mir weh.“

Das kannst auch Du sagen: „Wie Du von mir denkst tut mir weh.“

Zu dieser Frau.

Gefühle und Gedanken sind kleine elektrische Signale in unserem Nervensystem. Wenn wir keine Mauern und Fassaden haben, werden diese kleinen, elektrischen Signale durch unseren Körper, Mimik und Sprache ausgedrückt und in die Umwelt abgegeben und sind somit nicht mehr in uns. Halten wir sie aber zurück, sammeln sie sich. Natürlich nicht mehr in Form von Strom, sondern in Form von verstärkten Nervenbahnen. Und diese verstärkten Nervenbahnen sorgen dafür, dass diese kleinen, elektrischen Signale leichter diesen Weg noch einmal gehen können. So dass wir entweder immer stärker unsere Gefühle in der Umwelt ausdrücken können oder aber dass die Gefühle, die wir nicht ausdrücken, immer stärker werden. Bis wir mal wieder grundlos platzen, weil ein Tropfen das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Öffne Dein Herz. Spüre die Offenheit. Seh die Strahlen, die von Deinem Herz ausgehen. Atme tief. Mach Deinen Bauch weich. Spüre den Herzschlag. Beruhige Dich.

Bring jedes Gefühl, dass Du in Dir hast, im Zeitpunkt des Entstehens nach außen und bleib in Verbindung mit Deinem Herz.

Dieses Gefühl kann ein negatives und kann ein positives sein. Reiß die Mauern und Fassaden ein. Wenn Du einen Korb bekommen hast und es regt Dich auf, sag das. Egal, ob das einer aus der Steinzeitgeschichte-abgeleiteten Alpha-PU-Theorie widerspricht oder nicht. Wenn Du einer Frau ins Gesicht schaust, und Dein einziger Gedanke ist, wie schön sie doch ist, sag ihr, dass sie ein schönes Gesicht hat. Du kannst es gar nicht anders als 100% kongruent herüberbringen, weil es 100% Du bist, der das sagt. Ich weiß, es gehört viel Kraft dazu, Gefühle zu zeigen, die ins Lächerliche gezogen werden können. Doch Kraft aufbringen ist besser, besser im Sinne von zweckmäßiger, als Härte durch Mauern und Falschheit durch Fassaden zu zeigen.

Lebe im Augenblick. Deine Mauern sind aus der Vergangenheit und die Fassaden sind für die Zukunft. Das Herz ist immer im Augenblick. Konzentrier Dich auf Dein Herz. Konzentrier Dich auf das Gefühl an der Unterseite der Füße. Konzentrier Dich auf das Gefühl wenn Du die Blickrichtung änderst. Konzentrier Dich und sei Dir dem Augenblick bewusst. Fühle Dich als wäre der Moment das einzige, was exisitert. Voller Kraft.

Lass die Vergleiche und Urteile. Alle Menschen sind gut. Manche haben manches Mal schlechte Laune. Alle Menschen sind wie Du. Sie verstecken sich nur hinter Mauern. Schau durch ihre Mauern tief in ihr Herz und Du siehst liebevolle und nur verängstliche Menschen um Dich herum. Denn nur verletzte Menschen verletzen Menschen. Niemals die starken und die offenen, solange Du Dich nicht vergleichst. Frei ist Dein Herz, wenn es ohne Unterschiede liebt. Und wenn Dich jemand verletzt, dann sag es ihm. Sag, dass er Dich verletzt. Sag, dass es Dich ankotzt. Sag, was es für Reaktionen in Dir auslöst. Bring Deine Reaktion nach außen.

Affimiere zuerst, dass Du Dich liebst. Vertraue Dir. Vertrauen ist der Anfang. Glaube an Dich.

Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.

Und löse Dich im zweiten Schritt von Deiner Beziehung zu Dir. Du brauchst keine Beziehung zu Dir, denn Du bist eins mit Dir. Du hasst Dich nicht, Du machst Dir keine Vorwürfe, Du liebst Dich nicht und Du bist nicht stolz auf Dich. Du bist einfach. Jede Beziehung ist eine Beziehung mit der Außenwelt. Und irgendwann löse Dich von der Beziehung zu Außenwelt und sei eins mit ihr.

Lass Dir nichts sagen. Lass es nicht an Dir abprallen, sondern durch Dich hindurchgehen. Nehme die Scheiß-Egal-Einstellung, den Gleichmut und die Gelassenheit ein. Und wenn Du irgendwann die Bedeutungslosigkeit der Dinge bemerkst ist das nur gut. Gut für Dich. Nicht besser oder schlechter als vorher, aber gut, denn diese Bedeutungslosigkeit heißt Wachstum.

Mit der neuen Gelassenheit wirst Du alte Zügel von Dir werfen und neue Freiheiten entdecken. Um dann die neue Freiheit als Zügel zu noch größeren Freiheiten zu gebrauchen. Es gibt ein Sprichwort: „Die meisten Menschen glauben zu tun, während sie getan werden. Oder: Wenn der geworfene Stein Bewusstsein hätte, so würde er sagen, ich fliege, weil ich will.“ Sei Dir bewusst, dass Du oft getan wirst. Und akzeptiere das. Belüge Dich nicht selbst. Es ist völlig natürlich von der Außenwelt beeinflusst zu werden. Und lebe auch bewusst, wenn Du tust.

Du versuchst im Augenblick zu leben, aber Deine Gedanken schweifen ständig zu irgendwelchen großen Plänen, die nie eintreten werden oder in irgendwelchen ausweglosen Gedankenschleifen?! Das ist Dir egal. Und Du lenkst Deinen Gedankenfokus wieder auf die Gegenwart. Und das Körperinnere. Der Weg, den Du gehen musst um anzugelangen, ist immer nur in Dir. Der Augenblick bringt Dir soviel Glück, dass Du glücklich wirst, selbst ohne Glück.

Dein Ego will neue Mauern bauen. Dir ist das egal. Du beobachtest, wie Du wieder versuchst Mauern zu bauen und lachst darüber. Und reißt sie wieder ein. Wie Kinder vergnügt Sandburgen bauen um sie mit dem doppelten Vergnügen wieder einzureißen.

Du willst Dein Herz offen halten, aber es schließt sich von neuem. Es ist nicht schlimm, wenn Dein Herz sich schließt. Fühle wie es sich schließt. Fühle ganz langsam und sehr intensiv mit. Koste jede kleinste Regung beim Schließen voll aus. In dem Moment wo Du das sich-Schließen deutlich mitfühlst, öffnet sich Dein Herz von der anderen Seite wieder. Und strahlt in neuem Licht.

Du bist. Du lebst. Du stirbst. Dein Blick ist weit in diesem Körper. Dein Blick ist weit auch ohne ihn. Dein Herz ist so offen, dass jede Regung es verletzen kann. Gut. Du lebst. Und die Suche hört auf und beginnt doch von Neuem. Und wonach auch immer Du dieses Mal suchst, auf der letzten Suche suchst Du immer Dich selbst.

Literatur:
Radical Honesty
Mode ONE
Nackt zur Wahrheit
Heartcentred Pickup
Leben im Jetzt
EE-Methode

ElMariachi

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